Preis nach Format — Stunde, Monat, Jahr
| Format | Preis (MwSt. 17 % inkl.) |
|---|---|
| Buchhalter/in, Stundensatz | 50–75 €/Std. |
| Expert-Comptable, Stundensatz | 75–95 €/Std. |
| Monatspauschale, Auto-entrepreneur oder ruhende SARL | 120–200 €/Monat |
| Monatspauschale, aktive SARL mit 1–3 Mitarbeitern | 220–400 €/Monat |
| Nur Jahresabschluss, kleine SARL | 900–1 800 €/Jahr |
| Nur Lohn-Mandat, pro Lohnzettel | 18–35 €/Zettel |
Eine Pauschale von 280 € netto/Monat wird bei MwSt. 17 % zu 327,60 € brutto — immer auf dem Bruttobetrag vergleichen, einige Fiduciaires weisen nur netto aus.
Format-Treiber:
- Stunde versus Pauschale — Stundenmandat passt für Nacharbeit oder Pre-Audit; die Pauschale wird günstiger, sobald die Gesellschaft monatlich MwSt. meldet und stabile Lohnabrechnung führt
- Lohn-Umfang — Lohn für einen CDI-Mitarbeiter erhöht die Buchhaltungspauschale um 40–70 €/Monat
- Reporting-Tiefe — monatliches Budget-Ist-Reporting kostet 60–120 €/Monat zusätzlich
- Rechtsform — SARL-S hat dieselbe Compliance wie SARL; SA verlangt jährliche Prüfung durch einen zugelassenen Réviseur d'entreprises und hebt die Pauschale über 450 €/Monat
Was ein Buchhaltungsangebot treibt
Fünf konkrete Faktoren erklären den Grossteil der Spanne zwischen 150 € und 400 € Monatspauschale.
Die fünf Treiber:
- Belegvolumen. Ein Fiduciaire kalkuliert 10–15 Minuten pro Ausgangsrechnung und 8–12 Minuten pro Eingangsrechnung. 40 Rechnungen pro Monat liegen im 180-€-Band; 150 Rechnungen bei 320–400 €.
- Lohn-Kopfzahl. Jeder Mitarbeiter erhöht die Pauschale um 28–45 €/Monat, sobald DRS (Déclaration de retenue à la source) und CCSS-Anmeldung im Umfang sind. Grenzgänger (BE, FR, DE) kosten zusätzlich 15–25 €/Monat wegen bilateraler Steuerabstimmung.
- MwSt.-Periodizität. Quartalsmeldungen sind günstiger als Monatsmeldungen. Oberhalb von 620 000 € Umsatz wird die Monatsmeldung Pflicht, und die Pauschale steigt um rund 15 %.
- Cashflow-Bedarf. Wer wöchentliches Cashflow-Reporting oder Projektanalyse will, liegt über der Standardpauschale. 60–150 €/Monat für das Dashboard einplanen.
- Historie bereinigen. Ein Erstmandat einer SARL mit zwei Jahren Rückstand startet mit 1 200–2 400 € Nachhol-Honorar, bevor die Routine-Pauschale greift.
Was eine Standardpauschale enthält und was nicht
Das Engagement-Schreiben Zeile für Zeile lesen — Scope-Drift ist die Hauptursache von Jahresüberraschungen.
In einer SARL-Pauschale von 280 €/Monat enthalten:
- Monatliche Verbuchung von Ein- und Ausgangsrechnungen (bis 80/Monat)
- Kontoabstimmung für ein operatives Konto
- Quartalsweise MwSt.-Meldung über MyGuichet.lu
- Intrastat und EG-Zusammenfassende Meldung, soweit einschlägig
- Monatliche Lohnabrechnung für bis zu drei Mitarbeiter inkl. CCSS-Meldung
- Jahresbilanz, GuV, Anhang, Hinterlegung beim RCS
- Ein Klärungsanruf pro Monat
Meist nicht enthalten — separate Position einplanen:
- Jährliche Steuererklärung (IRC, ICC, IF) — 350–900 € einmal pro Jahr
- Verrechnungspreis-Dokumentation für eine Holding — 2 500–6 000 €
- Mandat eines Réviseur d'entreprises agréé für SA oder grössere SARL — 2 500–8 000 €/Jahr separat
- Begleitung einer CCSS- oder ITM-Prüfung — nach Stundensatz
- Aufarbeiten von Altbeständen — separates Paket
- Gründung oder Statutenänderung — 1 200–2 500 € pro koordiniertem notariellen Akt
Warnsignale in einem Pauschalangebot:
- Kein Volumendeckel — eine echte unbegrenzte Pauschale versteckt die Marge
- Keine Angabe zur Software-Lizenz
- Eine Pauschale, die die Jahressteuererklärung „gratis” enthält — meist läuft die Steuerarbeit im Autopilot ohne Planung
LU-Compliance-Rahmen — was der Fiduciaire abdecken muss
Luxemburg hat selbst für eine kleine SARL einen dichten Compliance-Kalender. Ein Fiduciaire, der seine Pauschale verdient, hält diese Fristen ohne Erinnerung.
Der wiederkehrende Kalender:
- Monatliche oder vierteljährliche MwSt.-Meldung — Frist am 15. des zweiten Monats nach dem Zeitraum (Quartal) bzw. 15. des Folgemonats (monatlich)
- CCSS-Meldung — bis zum 10. des Folgemonats
- Monatliche Lohnzettel — vor dem letzten Arbeitstag
- Bilanzhinterlegung beim RCS (Registre de Commerce et des Sociétés) — binnen 7 Monaten nach Jahresabschluss
- Jährliche Steuererklärung (IRC, ICC, IF) — an die Administration des contributions directes bis zum 31. Dezember des Folgejahres
- Intrastat und EG-Zusammenfassende Meldung, soweit einschlägig
Pflicht-Infrastruktur:
- Standardkontenplan (Plan comptable normalisé) seit 2011
- eCDF-Einreichungen für Bilanz und GuV
- BCE- oder CCSS-Anmeldung für Grenzgänger
- Autorisation d'établissement des Fiduciaires selbst, prüfbar im Register des Ministère de l'Économie
Wer den aktuellen MwSt.-Termin nicht aus dem Kopf nennt, ist der falsche Anbieter.
MwSt. auf Buchhaltungshonorare — 17 % Standard
Buchhaltungs- und Steuerberatungsleistungen werden in Luxemburg zum MwSt.-Standardsatz von 17 % besteuert, ohne Zugang zum super-reduzierten Satz von 3 %. Der Satz gilt einheitlich — SARL, Auto-entrepreneur, Holding oder Privatperson mit Fiduciaire-Mandat für die persönliche Steuererklärung.
Satz in der Praxis:
- LU-Gesellschaft beauftragt LU-Fiduciaire: MwSt. 17 % fakturiert, für den Kunden vorsteuerabzugsfähig
- Privatperson beauftragt Fiduciaire für persönliche Steuererklärung: MwSt. 17 %, nicht abzugsfähig
- Grenzüberschreitend B2B (LU-Fiduciaire stellt belgischer SA Rechnung): Reverse-Charge, keine LU-MwSt., Umkehr der Steuerschuldnerschaft beim Empfänger
Was eine konforme Rechnung zeigt:
- MwSt.-Nummer des Fiduciaires und OEC-Eintrag
- Netto, MwSt. 17 %, Brutto
- Abgedeckter Zeitraum (Monat oder Quartal)
- Leistungsumfang identisch zum Engagement-Schreiben
- Autorisation d'établissement, wo einschlägig
Vergleich bei einer Jahrespauschale 3 000 € netto:
| Position | Netto | MwSt. 17 % | Brutto |
|---|---|---|---|
| Monatspauschale 10 Monate | 2 200 € | 374 € | 2 574 € |
| Jahresabschluss | 800 € | 136 € | 936 € |
| Summe | 3 000 € | 510 € | 3 510 € |
Wer Buchhaltung zu 3 % MwSt. abrechnet, hat die Regel falsch gelesen — schriftliche Bestätigung vor Unterzeichnung verlangen.
Drei Fiduciaire-Angebote vergleichen
Fiduciaire-Preise sind undurchsichtig, bis das Briefing standardisiert ist. Drei Kanzleien, die auf derselben Grundlage kalkulieren, landen innerhalb von ±15 % zueinander; grössere Spannen verraten abweichende Auslegung.
Die sechs Prüfpunkte:
- Software und Plattform benennen. BOB, Sage BOB, Odoo Accounting oder Inhouse. Jede Lizenz ist anders strukturiert. Wer zahlt die Lizenz, innerhalb oder ausserhalb der Pauschale?
- Volumendeckel. Eine Pauschale muss eine Obergrenze an Rechnungen pro Monat nennen (z. B. 80 Ein/80 Aus) und den Einzelpreis darüber.
- OEC-Eintrag und Autorisation d'établissement. Beides öffentlich — auf der OEC-Seite und im Register des Ministère de l'Économie prüfen. Nicht eingetragene Buchhalter begründen straf- und zivilrechtliche Haftung gegen den Kunden.
- Berufshaftpflicht. Im Engagement-Schreiben genannt. Mindestdeckung für eine kleine Gesellschaft: 1 000 000 € pro Schaden.
- Nachfolgeregelung. Wer übernimmt das Mandat, wenn der Partner ausscheidet? Ein Solo ohne Ersatzklausel ist ein Single Point of Failure.
- Ausstiegsbedingungen. Drei Monate Kündigungsfrist sind Standard. Eine 12-Monats-Bindung ohne Kündigungsgrund liegt ausserhalb der LU-Marktpraxis.
Ein sauberes Briefing-Paket:
- Rechtsform, Gründungsjahr, NACE-Code
- Erwarteter Jahresumsatz und Kopfzahl
- Letzte Jahresabschlüsse und MwSt.-Meldungen (2 Jahre)
- Aktuelle Software und Saldenübergabe
- Lohnprofile und Grenzgängeranteil
- Spezifische Bedürfnisse — Steuerplanung, Management-Reporting, Prüfungsbegleitung
Buchhaltung in Luxemburg liegt bei 50 bis 95 € pro Stunde bei einem gemeldeten Fiduciaire, oder bei 120 bis 400 € pro Monat als Pauschale für eine kleine Gesellschaft. Die Spanne hängt von Belegvolumen, Lohn-Kopfzahl, MwSt.-Periodizität und dem Einschluss der Jahressteuererklärung ab. OEC-Eintrag, Autorisation d'établissement, Volumendeckel und 3-Monats-Kündigungsfrist vor Unterzeichnung verlangen. Fynd.lu listet gemeldete Fiduciaires und Expert-Comptables mit nachprüfbaren Einträgen und Berufshaftpflicht — drei Angebote auf gemeinsamer Briefing-Basis (Volumen, Lohn, Reporting) einholen, bevor entschieden wird.
