Preis nach Format — Produkt, Porträt, Kampagne
| Format | Preis (netto) |
|---|---|
| Einzelprodukt im Studio — 10 bis 20 Endbilder, Basisretusche | 250–350 € |
| Katalogprodukt-Set — 30 bis 50 Artikel, wiederholbares Setup | 1 200–2 500 € |
| Corporate-Porträt-Session — 5 bis 10 Personen, 2 Endbilder je | 400–700 € |
| Halbtags-Editorial-/Lifestyle-Shoot — 4 bis 5 Stunden, ein Ort | 500–800 € |
| Ganztägige Kampagne — Models, mehrere Setups, 20 bis 40 Endbilder | 1 500–3 000 € |
| Architektur- oder Interior-Shoot vor Ort — Halbtag | 550–900 € |
| Drohnen-Zusatz für Outdoor — pro Ort | 250–500 € |
Eine Netto-Session von 600 € mit MwSt. 17 % wird zu 702 € brutto — vor dem Vergleich umrechnen, da Fotografen und Agenturen standardmässig netto quotieren. Der super-reduzierte 3 %-Satz gilt nicht für Fotografie.
Format-Treiber:
- Zahl der final retuschierten Bilder. Ein Basisangebot nimmt eine kleine Zahl an (5 bis 15); jedes zusätzliche retuschierte Bild wird typisch mit 15–40 € berechnet, je nach Retusche-Tiefe
- Ort. Studio-Shoots sind das günstigste Setup; Vor-Ort-Shoots addieren 150–400 € für Transport, Equipment und Zeit
- Lichtkomplexität. Ein Single-Softbox-Dauerlicht-Setup ist die Basis; mehrere gesteuerte Blitzlichtquellen addieren 100–300 € je Halbtag
- Tagesgleiche versus geplante Lieferung. Ein 48-Stunden-Turnaround mit Prioritätsretusche addiert 15–25 %
Was ein Angebot von 250 auf 3 000 € treibt
Die Spanne von eins zu zehn zwischen einer einfachen Produktaufnahme und einer vollen Kampagne ist kein Margenspiel — sie reflektiert echte Unterschiede in Produktionszeit, Crew, Models und Lizenzrahmen.
Die sieben Treiber:
- Crew. Ein Solo-Fotograf ist die Basis. Ein zweiter Operator oder Assistent addiert 250–500 €/Tag; Haar-und-Make-up für Corporate-Porträt oder Lifestyle addiert 350–600 €/Tag; eine Stylistin für Still Life oder Mode addiert 400–800 €/Tag.
- Models. Ein professionelles Model über eine Luxemburger oder belgische Agentur kostet 400–900 €/Tag plus Agenturprovision (15–20 %). Nicht-exklusiver Buyout für Benelux-Digital wird oft eingeschlossen; weiter gefasste Nutzung wird separat bepreist.
- Ort. Studiomiete in Luxemburg-Stadt oder Esch-sur-Alzette: 250–500 €/Tag; kommerzielle Innen- oder Aussenorte mit Genehmigungsanforderung addieren 150–400 €; Baudenkmäler oder öffentliche Gebäude können Gemeindegebühren erfordern.
- Equipment. Spezielles Gerät — Mittelformat-Body und -Objektive, Kommerziell-Beleuchtung, Makro-Rig für Produkt, Drohne mit Pilotenschein — addiert 150–500 €/Tag gegenüber Standard-DSLR.
- Retusche-Tiefe. Farbkorrektur und Beschnitt sind enthalten; detaillierte Objektsäuberung, Beauty-Retusche, Compositing (Himmelsaustausch, Belichtungsstacking) werden mit 30–120 €/Bild berechnet.
- Nutzungsrechte. Ein günstiges Angebot enthält oft Web-only, 1-Jahres-Nutzung in Luxemburg. Weltweite Print-und-Digital-perpetual-Rechte multiplizieren das Honorar um 1,5× bis 3×. Klausel lesen.
- Durchlaufzeit. Standardlieferung beträgt 7 bis 10 Arbeitstage für retuschierte Bilder. Rush 48 Stunden addiert 15–25 %.
Nutzungsrechte — die Klausel, die den Preis neu schreibt
Nutzungsrechte sind die am häufigsten missverstandene Position auf einer Werbefotografie-Rechnung. Zwei Fotografen können dieselbe sichtbare Arbeit zu Preisen anbieten, die um einen Faktor drei differieren, wobei der Unterschied komplett in der Lizenzklausel liegt — nicht im fotografischen Handwerk.
Die fünf schriftlich festzuhaltenden Nutzungsparameter:
- Territorium. Nur Luxemburg / Benelux / Europa / weltweit. Jede Stufe verdoppelt grob die Rechteseite der Gage.
- Dauer. Sechs Monate, ein Jahr, drei Jahre, unbefristet. Ein Jahr Web ist typisch für Kampagnenbilder; unbefristeter Print addiert 50–100 % auf die Basisgage.
- Medien. Soziale Medien / Website / E-Mail / bezahlte Digital-Ads / Print (Magazin, Broschüre) / Aussenwerbung (Plakate, Verkehr). Jeder zusätzliche Kanal ist typisch 15–30 % auf die Basisgage.
- Exklusivität. Nicht-exklusiv (der Fotograf kann im selben Territorium weiter lizenzieren) ist günstiger; exklusive Nutzung addiert 25–50 %.
- Buyout. Vollständiger Urheberrechtstransfer ist in Luxemburger Praxis selten und liegt typisch bei 3× bis 5× der Basis-Shooting-Gage.
Praktische Beispiele:
- Eine 800-€-Corporate-Porträt-Session mit Web-only-Luxemburg-1-Jahr-nicht-exklusiv-Lizenz ergibt eine Netto-Rechnung von 800 €
- Dieselbe Session mit weltweit, 3 Jahre, alle Medien, nicht-exklusiv wird zu 1 800 € netto
- Dieselbe Session mit unbefristet, alle Medien, weltweit, exklusiv wird zu 2 800–3 200 € netto — der Shooting-Tag ist identisch; der Unterschied liegt im Lizenzumfang
Was Sie tatsächlich kaufen:
- Ein Bild bleibt nach luxemburgischem und EU-Recht Eigentum des Fotografen, sofern nicht ausdrücklich übertragen
- Eine Lizenz ist das vertragliche Nutzungsrecht innerhalb der vereinbarten Grenzen
- Nutzung ausserhalb des Lizenzrahmens ist eine Urheberrechtsverletzung — für ein Unternehmen liegt der übliche Schadenersatz bei dem Doppelten der Gage, die für diese Nutzung fällig gewesen wäre, plus Rechtsverfolgung
Im schriftlichen Umfang zu dokumentieren:
- Die Lizenzformulierung wortgleich in der Rechnungsbeschreibung
- Das Lieferformat (JPEG Web, TIFF Print, geschichtete PSD für Retusche)
- Credit-Erfordernis — „Foto: [Name]” wo relevant
- Verlängerungsbedingungen bei befristeter Lizenz — typisch 30 bis 50 % der Originalgage für eine Jahresverlängerung
Was ein Standard-Shoot enthält und was nicht
Ein schriftlicher Leistungsumfang für ein Werbe-Shoot ist der beste Vorhersager einer sauberen Lieferung. Die Klauseln zu Retusche, Lieferung und Rechten vor der Unterzeichnung genau lesen.
In einem typischen Halbtages-Angebot über 500–800 € enthalten:
- 4 bis 5 Stunden am Set, einschliesslich Auf- und Abbau
- Basis-Lichtkit (zwei Softboxen, Reflektoren, Stative)
- Farbkorrigierte JPEG-Weblieferung der vereinbarten Zahl Endbilder (typisch 15 bis 30)
- Eine Retusche-Runde pro Bild — Farbe, Beschnitt, leichte Unreinheiten
- Weblieferung per WeTransfer oder geteiltem Drive innerhalb 7 bis 10 Arbeitstagen
- Lizenz gemäss Angebot — typisch Luxemburg, 1 Jahr, nur Web zum Basispreis
Meist NICHT enthalten — mit separater Position rechnen:
- Zusätzliche retuschierte Bilder — 15–40 € je nach Retusche-Tiefe
- Hochauflösende TIFF-Druckdateien — 50–150 € Aufsetzgebühr plus pro Bild
- Layered PSD für Kunden-Retusche — 80–150 €/Bild
- Models, Haar-und-Make-up, Styling — nur auf Anfrage angeboten, separat berechnet
- Ortsgebühren — Studiomiete, Genehmigungsgebühren, Transport ausserhalb Lux-Stadt
- Erweiterte Lizenz — Ausbau Territorium, Dauer, Medien über Basisbedingungen
- Drohnenaufnahmen — setzen einen bei Direction de l'Aviation Civile (DAC) gemeldeten Piloten voraus; 250–500 €/Ort
Warnsignale im Angebot:
- Keine Erwähnung des Lizenzumfangs (Territorium, Dauer, Medien) — die Arbeit wird ohne klare Rechte geliefert
- Keine Zahl finaler retuschierter Bilder genannt — Umfang driftet, „Zusatz”-Bilder sammeln sich
- Kein Lieferformat genannt — reines Web-JPEG könnte später nicht für Druck reichen
- „Rechte enthalten” ohne Exklusivität oder Territorium — unscharfe Formulierung, die dem Fotografen bei einem Streit nützt
- Nur mündliche Abmachung — schwer nachweisbar bei späterem Streit
MwSt., Fotografen-Status und luxemburgische Regulierung
Werbefotografie in Luxemburg ist eine professionelle Dienstleistung und unterliegt der MwSt. von 17 % auf der Fotografen-Rechnung. Der super-reduzierte 3 %-Satz ist der Renovierung der Hauptwohnung vorbehalten und gilt nicht.
Gemeldeter Fotograf — die zwei gängigen Wege:
- Selbstständig mit eigener MwSt.-Nummer, angemeldet beim Centre Commun de la Sécurité Sociale und mit Autorisation d'établissement (Ministère de l'Économie), wenn die Tätigkeit regelmässig und gewerblich ist
- Fotograf als Angestellter oder Freelancer über eine luxemburgische Agentur, die in seinem Namen fakturiert und MwSt. sowie Sozialabgaben verwaltet
Was eine konforme Rechnung zeigen muss:
- Nettobetrag je Position — Shooting-Zeit, Model-Honorar, Retusche, Ort, Lizenz
- MwSt.-Zeile zu 17 % (oder Reverse-Charge-Vermerk bei EU-grenzüberschreitendem B2B)
- MwSt.-Nummer des Fotografen oder der Agentur
- Referenz Autorisation d'établissement wo erforderlich
- Lizenzformulierung wortwörtlich — Territorium, Dauer, Medien, Exklusivität
- Klare Lieferbeschreibung — „15 final retuschierte Bilder, JPEG Web”
Grenzüberschreitender Praxisfall:
- Ein in Brüssel, Paris oder Trier ansässiger Fotograf, der für einen Luxemburger Firmenkunden arbeitet, fakturiert in der Regel über EU-Reverse-Charge — 0 % MwSt. auf der Rechnung, 17 % vom Luxemburger Kunden deklariert
- Ein Haushalt oder Verein ohne MwSt.-Nummer kann Reverse-Charge nicht nutzen; der grenzüberschreitende Fotograf wendet dann seinen Heimatsatz an
Urheberrecht in luxemburgischer Praxis:
- Automatischer Schutz ab Entstehung, keine Registrierung nach Luxemburger Urheberrecht erforderlich
- Urheberpersönlichkeitsrechte (Namensnennung, Werkintegrität) sind unverzichtbar; Verwertungsrechte (Vervielfältigung, öffentliche Zugänglichmachung) sind lizenzier- oder übertragbar
- Der Fotograf behält das Urheberrecht standardmässig; jede Übertragung muss schriftlich erfolgen
Modell-Einwilligung und DSGVO:
- Für identifizierbare Personen (Corporate-Porträts, Lifestyle mit Models) ist eine unterschriebene Einwilligung für jede gewerbliche Nutzung erforderlich
- Die DSGVO gilt für Speicherung und Veröffentlichung der Bilder — Verträge sollten Rechtsgrundlage und Aufbewahrungsfrist benennen
Drei Fotografen briefen, um vergleichbare Angebote zu erhalten
Fotografie-Angebote sind notorisch schwer zu vergleichen, weil die Leistungsbeschreibung oft vage ist. Ein knappes Briefing an drei Fotografen macht aus „500 € gegen 900 € gegen 1 800 €” einen echten Vergleich.
Die sechs Prüfpunkte:
- Zahl der finalen retuschierten Bilder. Drei Fotografen können denselben Auftrag zu sehr unterschiedlichen Preisen anbieten, weil einer 10 retuschierte Bilder einschliesst und ein anderer 30. Die Zahl explizit schriftlich verlangen.
- Lizenzumfang. Territorium, Dauer, Medien, Exklusivität — vier Parameter, die über die drei Angebote übereinstimmen müssen. „1 Jahr Luxemburg Web” und „3 Jahre weltweit alle Medien” sind keine vergleichbaren Vorschläge.
- Retusche-Tiefe. Basis-Farbkorrektur versus detaillierte Beauty versus Compositing — den Level im Briefing benennen.
- Lieferformat. JPEG Web, TIFF Druck, Layered PSD — jede Stufe verdoppelt grob die Postproduktionszeit.
- MwSt. Alle drei netto oder alle drei brutto — keine Mischung.
- Referenz-Portfolio. Zwei bis drei frühere Projekte zu einem vergleichbaren Briefing anfordern. Hero-Shots auf der Vertriebsseite sind Marketing; eine vollständige Fallstudie mit 15 bis 30 Bildern ist Nachweis.
Ein sauberes Briefing-Paket für alle drei:
- Ein- oder zweiseitiges Briefing zu Subjekt (Produkt, Porträt, Kampagne), Zielgruppe und Verwendung
- 5 bis 10 Referenzbilder zur ästhetischen Richtung und zum Lichtstil
- Zahl der geforderten finalen retuschierten Bilder
- Lizenzumfang in Klartext
- Lieferformat und Termin
- Models, Styling, Haar-und-Make-up kundenseitig oder fotografenseitig
- Ortsdetails und Zugangsrestriktionen
Gemeindekontext:
- Luxemburg-Stadt — höchste Dichte an Werbefotografie-Studios; Premium-Preise in der historischen Innenstadt
- Esch-sur-Alzette, Differdange — günstigere Studiomieten, gute Lage für Modelarbeit aus Belgien oder Frankreich
- Kirchberg und Cloche d'Or — bevorzugt für Corporate-Porträts mit Finanzklienten
- Regional (Ettelbrück, Mersch, Wiltz) — wenige eigene Fotografie-Studios; mit Reisezuschlag von Luxemburg-Stadt rechnen
Anbieter aus demselben Paket landen bei ±20 % voneinander auf der Gage. Grössere Spreads gehen fast immer auf Lizenzumfang-Differenzen zurück — ein 15-Minuten-Telefonat lohnt sich vor der Auswahl des Günstigsten.
Versteckte Kosten und Warnsignale bei einem Foto-Vertrag
Jenseits der ausgeschriebenen Gage konzentrieren sich wenige Positionen und Vertragsmuster auf die meisten Post-Shoot-Überraschungen.
Versteckte Kosten einplanen:
- Zusätzliche Retusche-Runden. Die erste Runde ist enthalten; jede weitere Runde pro Bild wird mit 30–80 €/Stunde oder 15–40 €/Bild berechnet. Kundenfeedback vor der ersten Runde konsolidieren.
- Neu-Aufnahmen. Wenn ein Produkt am Set zerbricht oder ein Model nicht verfügbar ist, wird das Reshoot separat kalkuliert — 300–800 € je nach Umfang.
- Lizenzerweiterung. Wechsel von Luxemburg-nur auf Benelux mid-contract ist typisch +30–50 % der Originalgage; Wechsel auf weltweit unbefristet +50–150 %.
- Hochauflösende Dateien später geliefert. Wenn das initiale Briefing nur Web vorsah und später Druckdateien gefragt sind, 50–150 € Aufsetzpauschale plus Retusche pro Druckbild einplanen.
- Modellgarderobe und Requisiten. Nicht in der Fotografengage enthalten; 100–400 € für Corporate einplanen, mehr für Mode oder Lifestyle.
Warnsignale auf der Fotografen-Seite:
- Keine MwSt.-Nummer und kein Hinweis auf Autorisation d'établissement bei offensichtlich wiederkehrender kommerzieller Tätigkeit — schwarze Buchung, die den Kunden aussetzt
- Keine Referenzbilder zu einem vergleichbaren Briefing — konkrete Beispiele anfordern
- Unklare Lizenzformulierung („Rechte enthalten”, „für Ihr Marketing”) — auf Territorium, Dauer, Medien und Exklusivität bestehen
- Ablehnung schriftlicher Liefertermin-Festlegung — Umfang driftet
- Bestehen auf 100 % Vorauskasse — Luxemburger Standard ist 30–50 % Anzahlung, Rest bei Lieferung
Warnsignale auf der Kundenseite, die der Fotograf zurückspiegelt:
- Vages Briefing ohne Referenzbilder
- Unrealistischer Termin — „morgen” für eine heute gebuchte Profisession
- „Regeln wir in der Post” als Design-Ansatz — schwere Retusche kostet Zeit und Geld
- Erwartung unbegrenzter Revisionen ohne Zusatzgebühr
Zwei Fragen vor der Unterschrift:
- „Wenn ich die Lizenz später ausweite, geben Sie mir bitte eine Preistabelle?”
- „Darf ich zwei Fallstudien zu Projekten mit vergleichbarem Briefing und Lizenzumfang sehen, nicht nur Hero-Portfolios?”
Werbefotografie in Luxemburg liegt bei 250 bis 350 € für eine einfache Produkt-Session und steigt auf 3 000 € und mehr für einen vollen Kampagnentag mit Models und Crew. Die zwei Variablen, die den Preis am meisten umschreiben, sind die Zahl der finalen Bilder und der Lizenzumfang — Territorium, Dauer, Medien, Exklusivität. Ein gemeldeter Fotograf mit MwSt.-Nummer und schriftlicher Lizenzformulierung schützt beide Seiten; schwarze Buchungen mit vagen Rechten setzen den Kunden Nutzungsstreits aus. Schreiben Sie ein einseitiges Briefing mit Bildanzahl, Lizenzumfang, Lieferformat und Termin; senden Sie es identisch an drei Fotografen und vergleichen Sie in brutto. Fynd.lu listet gemeldete Werbefotografen und Agenturen mit schriftlichem Umfang, MwSt.-Nummern und Lizenztabellen — holen Sie drei vergleichbare Angebote ein, bevor Sie das Shoot festlegen.
