Preis nach Tiefe und Wirkstoff
| Tiefe | Preis pro Sitzung (inkl. MwSt. 17 %) |
|---|---|
| Oberflächlich Glykolsäure 20–30 % | 90–140 € |
| Oberflächlich Milch- oder Mandelsäure 20–40 % | 100–160 € |
| Oberflächlich Salizylsäure 20–30 % (Akne) | 110–170 € |
| Mittel Jessner, Gesicht | 180–280 € |
| Mittel TCA 15–25 %, Gesicht (medizinisch) | 250–380 € |
| Mittel TCA 25–35 %, Gesicht (medizinisch, ein Durchgang) | 320–450 € |
| Tief Phenol, ganzes Gesicht (medizinischer Eingriff) | 1 200–3 000 € |
| Kur aus 4 oberflächlichen Sitzungen, vorausbezahlt | 320–500 € |
Eine 280-€-Netto-Sitzung bei MwSt. 17 % ergibt 328 € brutto — ob MwSt. anfällt, hängt vom Anbieterstatus ab (siehe MwSt.-Abschnitt).
Format-Treiber:
- Tiefe und Wirkstoff — grösster Hebel. Ein Glykol-30 % ist eine 25-minütige Behandlung; ein TCA-30 % umfasst Vorbereitung, Neutralisation und Nachsorge
- Qualifikation des Anbieters — eine Kosmetikerin im Institut darf rechtlich keine mittleren oder tiefen Peelings durchführen; vorbehalten Ärzten
- Gesicht vs. Gesicht + Hals + Décolleté — Hals und Décolleté typisch 60–120 € pro Sitzung
- Kurpreis — vorausbezahlte Kur mit 4 bis 6 oberflächlichen Sitzungen 15–25 % günstiger als Einzelpreis
- Vorbereitung — 4–6-wöchige Vorbereitung mit rezeptpflichtiger Retinolcreme oft separat 35–75 € Beratung
Rechtliche Grenze zwischen Institut und Arztpraxis
Nach luxemburgischem Gesundheitsrecht werden chemische Peelings nach Wirktiefe klassifiziert und nicht nach Produktname; die Grenze zwischen ästhetischer Behandlung im Institut und medizinischem Eingriff beim Arzt ist verbindlich.
Oberflächliche Peelings (epidermale Wirkung):
- Zulässig in einem Kosmetikinstitut mit Autorisation d'établissement des Ministère de l'Économie
- Kosmetikerin mit formaler Ausbildung (BTS esthétique, CAP esthétique oder gleichwertig)
- Glykol-, Milch-, Mandel- und Salizylsäuren bis etwa 40 % je nach Formulierung
- Schriftliche Einwilligung und Patchtest beim Erstbesuch
- Keine Verschreibung für den Wirkstoff erforderlich
Mittlere und tiefe Peelings (dermale Wirkung):
- Rechtlich vorbehalten Ärzten, eingetragen im Collège médical, in einer genehmigten medizinischen Einrichtung
- TCA über 20 %, Jessner (mehrfache Durchgänge) und jedes Phenolpeeling sind medizinische Akte
- Schriftliche medizinische Einwilligung, Vorher-Foto und Nachkontrolle im Eingriff enthalten
- Deckung durch die Berufshaftpflicht des Arztes (nicht durch eine Institut-Police)
Vor der Buchung zu prüfen:
- Autorisation d'établissement des Anbieters (Institut) oder Collège-médical-Nummer (Arzt)
- Exakter Produktname und Wirkstoffkonzentration — in Einwilligung und Rechnung
- Einzeltermin oder mit Vorbereitung
- Ausfallzeit, Abschuppungsphase, Sonnenschutz
- Notfallkontakt zwischen Sitzung und Nachkontrolle
Ein Institut, das ein „TCA 30 %” ohne Arzt vor Ort anbietet, handelt ausserhalb seiner Genehmigung — ein klares Warnsignal.
Inhalt eines konformen Angebots
Ein Peeling-Angebot ist nicht nur ein Preis — es ist ein klinisches Dokument bei mittleren und tiefen Peelings. Die folgenden Punkte müssen im Angebot oder im Einwilligungspaket vor der ersten Sitzung erscheinen.
Pflichtpositionen im Angebot:
- Benanntes Produkt (Markenname, nicht generisch), mit Wirkstoffkonzentration
- Sitzungsdauer und geplante Anzahl Sitzungen
- Vorbereitungsprotokoll, sofern erforderlich
- Ausfallzeit: erwartete Rötung, Abschuppungsdauer, Soziale-Ausfall-Phase
- Nachsorge: Pflege, Sonnenschutzplan, zu meidende Produkte
- Foto-Protokoll vorher/nachher
- Nachkontrollen — typisch eine nach 7 bis 14 Tagen, eine zweite nach 4 Wochen bei mittleren
- Notfallkontakt und Handlung bei Reaktion
Warnsignale im Angebot:
- „Ganzgesichtspeeling” ohne Nennung des Wirkstoffs — meist ein Institutprodukt, als „medical grade” präsentiert
- Keine Ausfallzeit-Schätzung — mittlere Peelings erzeugen 3 bis 7 Tage sichtbare Abschuppung; ein Angebot, das das verschweigt, ist irreführend
- Keine schriftliche Einwilligung — nach LU-Medizinrecht zwingend für jedes dermale Peeling
- Pauschalpreis mit Produkten, die nicht in der Praxis verabreicht werden — Versand-Retinol oder Glykolcreme sind keine medizinische Versorgung
Standardpraxis:
- Beratung (oft kostenfrei bei Serie, sonst 35–75 € einmalig)
- Schriftlicher Behandlungsplan mit benannten Produkten und erwartetem Ergebnis
- Patchtest 7 bis 14 Tage vor der Erstbehandlung bei mittlerem Peeling
- Unterzeichnete Einwilligung mit Kontraindikationen (Schwangerschaft, Fotosensibilisatoren, kürzliche Sonnenexposition, aktiver Herpes)
- Rechnung mit Verweis auf die Einwilligung und MwSt.-Zeile oder Befreiungsverweis für medizinischen Akt
MwSt. — 17 % auf ästhetische Peelings, Befreiung bei medizinischem Akt
Die MwSt.-Behandlung eines chemischen Peelings in Luxemburg hängt davon ab, ob es sich um eine ästhetische Behandlung oder einen medizinischen Akt mit anerkannter therapeutischer Indikation handelt.
Oberflächliche ästhetische Peelings im Institut:
- Standard-MwSt. 17 % auf die Gesamtrechnung
- Rechnung mit USt-Nr. und Autorisation d'établissement des Instituts
- An Privatperson fakturiert, keine Vorsteuer
Medizinische Peelings mit therapeutischer Zielsetzung:
- MwSt.-Befreiung nach Art. 44 Abs. 1 lit. c des LU-UStG, wenn durch einen eingetragenen Arzt bei anerkannter Indikation durchgeführt (schwere Akne, Melasma, aktinische Keratose mit Diagnose)
- Rechnung ohne MwSt.-Zeile, mit Verweis auf Collège-médical-Eintrag und Befreiungsparagraph
- Die CNS (Caisse Nationale de Santé) erstattet keine ästhetischen Peelings; bei schwerer Akne ist mit dermatologischer Verordnung eine Teilerstattung möglich
Medizinische Peelings mit rein ästhetischer Zielsetzung:
- MwSt. 17 % anwendbar, weil der Akt nach Rechtsprechung nicht mehr therapeutisch ist
- Rechnung mit MwSt.-Zeile 17 %
- Keine CNS-Erstattung möglich
Beispiel bei einem mittleren Peeling zu 350 € netto durch einen Dermatologen:
| Fall | Netto | MwSt. | Brutto |
|---|---|---|---|
| Therapeutische Indikation (schwere Akne) | 350 € | befreit | 350 € |
| Ästhetische Indikation (Hautstruktur) | 350 € | 17 % (60 €) | 410 € |
Immer schriftlich klären, ob therapeutisch oder ästhetisch fakturiert wird — der MwSt.-Unterschied beträgt 17 %, und die Erstattungsf ähigkeit hängt davon ab.
Ausfallzeit und Vorbereitungskalender
Ein chemisches Peeling ist ein kurzer Eingriff, aber ein langer Kalendereintrag. Ausfallzeit, Sonnenschutz und Vorbereitung bestimmen, wann es gebucht und zu welchem Preis.
Ausfallzeit nach Tiefe:
- Oberflächlich — Rötung 2 bis 6 Stunden, leichte Trockenheit 2 bis 3 Tage. Keine soziale Ausfallzeit.
- Mittel — Rötung und Schwellung 2 bis 3 Tage, vollständige Abschuppung zwischen Tag 3 und Tag 8, rosa Schimmer bis Tag 14. 5 bis 7 Tage ohne öffentliche Auftritte einplanen.
- Tief — 10 bis 14 Tage Rückzug, 3 bis 4 Wochen bis zur normalen Hautfarbe. Nur in der Klinik mit klinischem Nachsorgeplan.
Vorbereitungskalender:
- Woche -6 bis -2 — verschriebene Vorbereitungscreme (Tretinoin, Retinoinsäure) starten, wenn ärztlich empfohlen. Aggressive Peelings absetzen.
- Woche -2 — Patchtest bei mittleren Peelings; kein Wachsen, Fadenzupfen, Hautirritationen
- Tag -3 bis 0 — keine direkte Sonne; keine Selbstbräuner; kein Aspirin oder Ibuprofen ohne medizinische Indikation
- Tag 0 — die Sitzung mit Vorher-Foto
- Tag +1 bis +3 — milde Pflege alle 2 Stunden, kein Make-up 48 Stunden nach mittlerem Peeling
- Tag +3 bis +8 — abschälen lassen; nie kratzen; täglich SPF 50+
- Tag +7 bis +14 — erste Nachkontrolle; Rötung sollte abklingen
- Woche +4 — zweite Nachkontrolle bei mittleren; Behandlungsplan abgeschlossen
Saisonalität:
- Beste Zeit für mittleres Peeling — Oktober bis März, wenige Sonnenstunden
- Vermeiden — Urlaub in Südeuropa oder Tropen in den 6 Wochen nach einem Peeling
- Oberflächlich ganzjährig mit konsequentem SPF
Drei Anbieter vergleichen
Drei Peeling-Angebote auf scheinbar identische Hautanliegen können um den Faktor drei auseinander liegen, fast immer weil Tiefe und Anbieterkategorie unterschiedlich sind. Ein gemeinsames Briefing macht den Vergleich aussagekräftig.
Die sechs Prüfpunkte:
- Anbieterkategorie. Institut (Kosmetikerin, nur oberflächlich) oder medizinische Praxis (Arzt, oberflächlich / mittel / tief). Anbieter zum Problem passen, nicht zum Preis.
- Wirkstoff und Konzentration benannt. Jedes Angebot nennt Produkt (Marke und Konzentration) und Tiefenklassifikation.
- Patchtest-Politik. Bei mittleren Peelings Pflicht; fehlt er, ist das Grund zum Abbruch.
- Einwilligung und Ausfallzeit-Dokumentation. Mittlere Peelings: unterzeichnete Einwilligung und schriftlicher Ausfallzeit-Plan.
- Lizenz, MwSt. und CNS-Erstattung. Therapeutische Indikation kann MwSt.-befreit und teil-CNS-erstattungsfähig sein; ästhetisch 17 % und nicht erstattungsfähig.
- Notfallprotokoll. Wer ist erreichbar, wenn Rötung über Tag 3 anhält? Eine Rufnummer zählt.
Gemeinsames Briefing-Paket für drei Anbieter:
- Hautanliegen, im Neutrallicht fotografiert (Akne, Melasma, Linien, Struktur)
- Hauttyp (Fitzpatrick I bis VI)
- Peeling-Historie und Reaktionen
- Medikamente (orale Kontrazeptiva, Isotretinoin-Vergangenheit, Antikoagulanzien)
- Geplante Sonnenexposition in den nächsten 8 Wochen
- Bevorzugte Tiefe und Zielzahl Sitzungen
- Erwartete MwSt.-Behandlung (privat, medizinisch mit therapeutischer Indikation)
Anbieter mit demselben Paket landen bei ±25 % voneinander bei einem mittleren Peeling. Grössere Spreads deuten fast immer auf eine unterschiedliche Tiefen-Lesart — günstigsten vor Entscheidung anrufen.
Ein chemisches Peeling in Luxemburg liegt zwischen 90 und 450 € pro Sitzung, getrieben von Tiefe (oberflächlich Glykol bis mittel TCA), Anbieterkategorie (Institut vs. medizinische Praxis) und regulatorischem Umfang. Die Grenze ästhetisch/medizinisch entscheidet, ob MwSt. 17 % anfällt oder die Befreiung für medizinische Akte gilt. Patchtest, schriftliche Einwilligung, benannte Wirkstoffkonzentration und Ausfallzeit-Plan sind die vier Punkte, die vor der ersten Sitzung vorliegen müssen. Drei Anbieter mit gemeinsamem Briefing anfragen, Tiefe auf das Hautanliegen abstimmen und nach benanntem Wirkstoff, Patchtest-Politik, Einwilligung und MwSt. statt Lockpreis vergleichen. Fynd.lu listet gemeldete Institute und Mediziner mit chemischen Peelings — schriftliche Angebote vor der Erstbuchung einholen.
